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    Sinologie in Würzburg

    Soziale Schichtung und politische Kultur im städtischen China der Gegenwart

    Gefördert vom BMBF Logo
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    Projektbeschreibung

    Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes unter der Leitung von Prof. Dr. Björn Alpermann steht die Frage nach Effekten der Stratifizierungsprozesse auf politisches Denken, insbesondere Haltungen bezüglich Autorität und Partizipation.

    Chinas städtische Gesellschaft durchläuft derzeit eine rasante Transformation im Zuge der ökonomischen Modernisierung. Dabei wird der gesellschaftliche Zusammenhalt einer enormen Belastungsprobe unterzogen. Der Parteistaat ist sich dieser Herausforderung bewusst und versucht, den Zentrifugaltendenzen entgegenzusteuern. So gab die Kommunistische Partei Chinas die Herausbildung einer Mittelschicht als gesellschaftspolitisches Ziel aus, um eine stabile soziale Basis ihrer Herrschaft zu generieren. Wie die neu entstehenden sowie die bereits existierenden sozialen Gruppen ihren sozialen Auf- bzw. Abstieg verarbeiten und welche Veränderungen in politischen Haltungen und Wertvorstellungen sich hieraus ergeben, wird für die zukünftige Stabilität des politischen Systems von entscheidender Bedeutung sein.

    Daher untersucht Prof. Alpermann gemeinsam mit seinen beiden Mitarbeitern den Wandel sozialer Identitäten, der mit den laufenden Umschichtungsprozessen verbunden ist. Das Projektteam bedient sich dabei einer bewusst offenen Vorgehensweise, bei der im ersten Schritt qualitative Interviews  mit bestimmten sozialen Gruppen wie Arbeitern und städtischen Arbeitslosen durchgeführt werden. Diese empirische Basis wird im Verlauf des Forschungsprozesses laufend erweitert, um Vergleiche mit weiteren sozialen Gruppen und anderen Untersuchungsorten möglich zu machen. Die Feldforschung findet in Kooperation mit dem Institut für Soziologie an der Pekinger Akademie der Sozialwissenschaften statt. Zwei Wissenschaftler der chinesischen Partnerorganisation werden zu unterschiedlichen Zeiten im Verlauf des Jahres 2010 in Würzburg zu Gast sein.

    Zum Auftakt des Vorhabens veranstaltete das neu geformte Projektteam um Prof. Alpermann am 12. April 2010 einen internen Workshop mit den beiden Soziologen und Chinaexperten Prof. Thomas Gold, University of California, Berkeley, und Dr. Dominique Schirmer, Universität Freiburg. Dieser Workshop diente dazu, die theoretische Verortung der Studie zu diskutieren und Feldforschungs- und Auswertungsmethoden zu reflektieren.

    Dieses Forschungsvorhaben ist ein Teilprojekt des Kompetenznetzes „Regieren in China“, das seit dem 1. März 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insg. 2,5 Millionen Euro gefördert wird und auf eine Laufzeit von vier Jahren ausgelegt ist. Der Forschungsverbund ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme zur Stärkung der Regionalstudien (area studies) in Deutschland. Koordinator des Kompetenznetzes ist Prof. Dr. Björn Alpermann. Eine erste internationale Fachtagung wird im November 2010 gemeinsam mit dem Arbeitskreis für sozialwissenschaftliche Chinaforschung (ASC) der Deutschen Gesellschaft für Asienkunde in Würzburg veranstaltet werden.

    Nähere Informationen und Publikationen finden Sie demnächst auf der Projektseite des Kompetenznetzes Regieren in China.

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